Darf es etwas weniger sein?

 

Am 26.11. ist „KAUF - NIX - TAG“ (Buy Nothing Day)! Ja, Du hast richtig gelesen. Und es ist ein Samstag – einer DER Konsumtage in unserer Gesellschaft. An diesem Tag soll in 45 Ländern der 24-stündige Verzicht aufs Kaufen die Menschen zum Nachdenken anregen – über Nachhaltigkeit und fairen Konsum.

Ich möchte diesen Tag zum Anlass nehmen, um das Thema des materiellen Besitzes und des Konsums im heutigen Impuls etwas genauer unter die Lupe zu nehmen - mit Blick auf das anstehende Weihnachtsfest gleich doppelt aktuell: Ist das, was wir im Leben konsumieren und besitzen für uns wertvolles Gepäck oder unnötiger Ballast?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, nehme ich Dich mit in die aktuelle Lebenswirklichkeit vieler Menschen: die fünfte Jeans im Kleiderschrank, das 20. Buch zum Thema XY im Regal, die X-te APP auf dem Smartphone, das 10. Kissen auf dem Sofa, die 25. Tasse im Küchenschrank und vieles, vieles mehr: unser Leben wird zusehends immer voller und dichter. Kennst Du das auch so oder so ähnlich?

 

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  • Doch was brauchen wir Menschen wirklich,

    um glücklich zu sein?

  • Was löst der Besitz von Dingen bei uns aus?

  • Und was macht Konsum mit uns?

 

 

Das Bedürfnis nach Einfachheit


An vielen Ecken begegnet mir dieses Bedürfnis spürbar: so nehme ich u.a. seit gut zwei Jahren in Gesprächen mit meinen Klienten/-innen immer häufiger wahr, dass ein großer Wunsch nach Einfachheit, nach Reduzierung und Fokussierung auf das Wesentliche in den Vordergrund rückt. Dieser äußert sich sehr individuell, z.B. im Bedürfnis endlich das „Nein sagen“ zu lernen, „das Leben zu entschleunigen“ oder „mehr Ruhe in der Hektik des Alltags zu finden“. Gemeinsam gehen wir im Coaching diesen Wünschen nach, entdecken neue Freiräume und machen uns auf die Reise zu einem „ent-füllteren“ und damit befreiteren Leben.

Dieses Bedürfnis teilen meine Klienten/-innen mit vielen Menschen in unserer heutigen Gesellschaft. Wir haben alles, was wir brauchen (und teilweise mehr) und spüren gleichzeitig die tiefe Sehnsucht nach diesem einfacheren Leben in uns - möchten mehr Zeit mit Freunden und Freude verbringen und wollen uns nicht weiter beschweren mit  all den Dingen, Terminen und dem Konsum, der in unserer Gesellschaft allgegenwärtig ist. Wenn Du auch diesen Wunsch in Dir trägst, dann ist dieser noch relativ junge Trend des Minimalismus vielleicht besonders interessant für Dich.

10.000 - eine markante Zahl braucht Raum


Wusstest Du, dass jeder Mensch im Durchschnitt ca. 10.000 Dinge besitzt? Die Hälfte dessen liegt meist jedoch unbenutzt in der Ecke herum und braucht jede Menge Platz. Ein Grund dafür, weshalb bspw. Wohnraum für Menschen in den letzten Jahren immer größer und damit auch teurer geworden ist. Das heißt, Besitz macht etwas mit uns: er „produziert“ weitere direkte oder indirekte Kosten und genau diese führen uns dann in einen Kreislauf hinein: das Leben wird teurer, also braucht es mehr Geld. Doch ist das wirklich der Weg oder können wir diesen Kreislauf auch anders lösen?

Glücklicherweise - ja! Immer mehr Menschen erkennen, dass sie sich und ihr Leben mit dem Konsum und Besitz von Dingen eher beschweren, als dass dieser sie glücklich oder zufrieden macht. Daraus sind bereits verschiedene Initiativen entstanden: in diesem Jahr fand z.B. die Konferenz Minimal Kon in Essen statt. Dazu trafen sich im August zahlreiche Minimalisten, um ihre Erfahrungen unter Gleichgesinnten auszutauschen. Und auch der Buy-Nothing-Day ist ein Ergebnis dieser Bewegung.

Aus weniger wird wirklich mehr

…wenn wir uns trauen, den Ballast loszulassen. Auch wenn wir sie unbedingt haben wollen, die Schuhe, die Bücher, etc. - wenn wir sie haben, dann verstopfen sie meist unser Leben. Wagen wir also den Befreiungsschlag und trauen wir uns, zu verzichten und stattdessen das Erreichte zu genießen. In diesem Zusammenhang ist die viel zitierte Aussage „Weniger ist mehr“ vielleicht aktueller denn je UND eine Frage der persönlichen Perspektive: aus welchem Weniger wird für mich welches Mehr?

Mittlerweile gibt es viele Selbstexperimente dazu, in denen Menschen bspw. ein Jahr lang auf Konsum (außer Nahrung, wenige Pflegeprodukte und einige bewusste Erlebnisse wie Theater, Kino, etc.) verzichten.  Ihre Erfahrungen kannst Du in verschiedenen Büchern und Blogs nachlesen. U.a. beschreibt Courtney Carver (www.bemorewithless.com) ihre Erfahrungen auf diese Weise: „Mit weniger zu leben, schafft Zeit und Raum um herauszufinden, was wirklich wichtig ist….Weniger Verpflichtung und mehr Freude, weniger Stress und mehr Gesundheit, weniger Dinge und mehr Platz, weniger Schulden und mehr Freiheit.“.

Dieser Weg vom „zu viel“ zum „zu weniger“ ist für einige von uns vielleicht sehr ungewohnt und daher nicht immer einfach. Doch er ist ein immer notwendigerer für uns: für unser Wohlbefinden, unsere Balance im Leben, unsere Beziehungen und unser Glück. Wichtiger Erfolgsfaktor auch hier: Einfachheit! Wir sollten uns den Weg so einfach wie möglich gestalten und daher einen kleinen Schritt nach dem nächsten tun.

Wenn Du nun beim Lesen Lust bekommen hast, Dein Leben auch ein Stück weit zu befreien und aus Deinem Mehr ein Weniger zu machen, dann kann diese kleine Liste vielleicht ein wirkungsvoller erster Schritt für Dich sein:

Das wirklich Wichtige in meinem Leben…


Suche Dir auf der folgenden Liste drei Punkte aus, die Dir spontan am besten gefallen. Falls Dir ein wichtiger Punkt einfällt, der nicht auf der Liste steht, dann füge ihn einfach hinzu:

Ich möchte in meinem Leben mehr:

  • Zeit für mich
  • Zeit für Familie
  • Gesundheit und Wohlbefinden
  • Freundschaft und Gemeinschaft
  • für andere tun
  • draußen sein
  • zur Ruhe kommen
  • lernen und mich entwickeln
  • kreativ sein
  • Freiheit

Ich lade Dich ein, die von Dir identifizierten Punkte mehr in Dein Leben zu integrieren. Wie das gelingen kann? Die Antwort mag für manche simpel und für andere anspruchsvoll sein: indem Du Dinge - die Dir weniger wichtig sind - reduzierst. Und das braucht an der einen oder anderen Stelle Deinen Mut. Doch es ist machbar! Denn indem Du bewusst Prioritäten setzt und damit weißt, was Dir WIRKLCIH wichtig ist, ermöglichst Du Dir Platz für neue Freiräume. Und ebenso wichtig: jede Entscheidung ist änderbar! Du hast die Option, in regelmäßigen Abständen Deine Prioritäten auf Wichtigkeit und Aktualität zu überprüfen und ggf. neu setzen. Spüre dazu genau hin, was für Dich und Dein Leben wirklich wichtig ist und lass die Liste wachsen, sich ändern oder minimieren!

Ich wünsche Dir nun viel Freude beim Entdecken Deiner „entfüllteren“ Räume und Deines leichteren Gepäcks. Und vielleicht inspiriert Dich dieser Impuls ja dazu, Deine Lieben in diesem Jahr mit etwas anderen und „weniger“ Weihnachtsgeschenken zu überraschen.

Ach ja… und vor allem wünsche ich Dir einen befreienden „Kauf-Nix-Tag“ am 26.11. - bist Du dabei?

Herzliche Grüße,
Andrea

P.S.: Solltest Du auf Deiner Reise vom „zu viel“ zum „zu weniger“ Etappen erreichen, die zu scheinbar unüberwindbaren Grenzen werden, dann stehe ich Dir gerne mit mutigem Entdeckergeist, achtsamem Fingerspitzengefühl und dem Blick für das Wesentliche zur Seite.

 

 

 

Mut - der Motor zu Deinem Glück

… oder „Wie wir Menschen vom Denken ins Handeln kommen!“

Ja, das klingt so verlockend und doch fällt es uns manchmal so schwer vom Darüber-Nachdenken tatsächlich ins Tun zu kommen. Heute erzähle ich Dir dazu ein Erlebnis aus meinem Leben, das mich persönlich seitdem in punkto „Mutig sein und sich trauen aus dem Denken eine Tat zu machen“ durch mein Leben trägt. Es ist diesmal ein etwas ausführlicherer Impuls. Wenn Du magst, dann mache es Dir mit einem Kaffee oder Tee gemütlich. Vielleicht findest Du Dich sogar ein Stück weit wieder oder Du entdeckst neue Inspirationen, um in Deiner Lebenssituation in eine neue Energie zu kommen, die Dich vom Denken ins Handeln bringt.

Es ist nun fast 21 Jahre her, als ich direkt nach meinem Abitur das Lehramtsstudium aufnahm. Dazu zog ich vom beschaulichen Münsterland ins turbulente Ruhrgebiet. Räumlich war das zwar gar kein großer Schritt, doch der Entwicklungsprozess „Vom Landei zum Stadtkind“ hat mich in den ersten zwei Jahren einiges an Kraft gekostet. Nach langem Abwägen „Bleibe ich hier oder wechsle ich noch einmal Stadt und Uni?“ habe ich mich schließlich für die Menschen, für ihre Mentalität entschieden und bin in Essen geblieben. Darüber bin ich bis heute sehr froh:-)!

Nach diesen anfänglichen Turbulenzen verlief alles soweit „nach Plan“: ich schloss mein Studium in der Regelstudienzeit mit einem sehr guten Staatsexamen ab. Beste Voraussetzungen also für einen vielversprechenden Lehrer- und Schulweg. Ja, das dachten auch viele andere Menschen in meinem Umfeld. Doch ich entschied mich anders. Ich schloss die Schultür an dieser Stelle hinter mir und bog auf meinem Lebensweg ab, denn ich spürte und wusste innerlich darum, dass der Lehrberuf nicht meine Zukunft ist.

Was sich in der Rückschau vielleicht fast wie eine„Über-Nacht“-Entscheidung anhört, war alles andere als das. Dieser Entscheidungsprozess beschäftigte mich ca. zwei Jahre. Ich erlebte während dieser Zeit immer wieder Situationen, die mir vor Augen führten, dass der Beruf der Lehrerin mich auf Dauer nicht glücklich machen würde. Anfangs schob ich das alles zur Seite, doch nach und nach setzte sich ein Puzzle zusammen, das ein Bild entstehen ließ, welches nicht zu mir und meinem Leben passte. Auch wenn auf dem Papier vieles bzw. alles für ein Fortführen sprach und äußere Stimmen wie, „Als Beamtin hast Du doch so viele Vorteile und einen sicheren Job.“, so wusste ich ganz tief im Innern, dass beruflich etwas anderes auf mich wartete.

Mut als Motor

Ich erinnere noch wie heute, welch' eine Welle des Mutes mich erfüllte und mich anschob, als ich mich „endlich“ entschied diesen Schritt zu gehen und ihn klar für mich und vor allem auch klar nach außen zu kommunizieren. Ich kam damit in eine neue, tatkräftige Energie – eben vom Denken ins Tun und die innere Klarheit bekam eine äußere Form. Genau diese Veränderung gab mir eine neue Schubkraft für alles, was ab diesem Zeitpunkt auf mich wartete.

Kennst Du auch dieses Gefühl, das sich in solchen oder ähnlichen Situationen in Dir ausbreitet? Es sind diese ganz bestimmten Momente im Leben, in denen Du schon lange für Dich innerlich im Zwiegespräch warst und plötzlich ist da dieser eine Moment der absoluten Überzeugung & Klarheit. Dann geht es meistens zwar noch einmal rund: im Körper (gerne in der Bauch- und/oder Herzgegend) kribbelt und pocht es und das Gedankenkarussell im Kopf läuft auch noch einmal auf Hochtouren „Mach ich`s oder mach ich´s doch nicht?“. Tief im Innern ist Dir jedoch ganz klar, dass diese Entscheidung und der damit verbundene Schritt nun – komme was wolle - dran sind! Und genau das bringt Dich dann in Kontakt mit einer ganz elementaren Kraftquelle: Deinem Mut!

Was katapultiert uns Menschen in diesen Mut? 

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Ja, Vertrauen macht Mut möglich! Es ist aus meiner Erfahrung das tiefe Vertrauen ins eigene Leben und damit verbunden vor allem in mich als Mensch - in mein Selbst!

Ich erinnere noch sehr genau, dass ich mich damals – auch wenn ich erstmal beruflich theoretisch vor dem „Nichts“ stand - so frei und getragen fühlte vom tiefen Wissen und Glauben daran, dass das Leben noch etwas anderes für mich bereit halten würde und dass ich meine Fähigkeiten und Talente anderweitig einsetzen sollte. 

 

Und genauso kam es: nach wenigen Tagen (oder vielleicht waren es Wochen, das ist dann doch lange her;-)), machte mich eine Freundin auf ein Unternehmen aufmerksam, das gerade händeringend Mitarbeiter/innen suchte. Es war ein Unternehmen aus der Finanzbranche, in der ich mich bis dahin wirklich gar nicht auskannte. Du kannst Dir vorstellen, was sich innerlich bei mir abspielte: „Was soll ich mit meinem Lehramtsstudium denn in der Finanzwelt? Da kenne ich mich doch gar nicht aus? Bestimmt suchen sie Menschen mit viel spezifischerem Know-how als mich. Mathe war auch nie mein Lieblingsfach.“ usw. Doch als ich genauer hinhorchte war da auch eine andere Stimme und die sagte – und zwar sehr klar und prägnant: „Ja! Probiere es. Trau Dich. Schau es Dir an und vertraue dem, was Du mitbringst. Alles andere kannst Du nach und nach erlernen.“ Nach ein paar Nächten des Darüber-Schlafens rief ich das Unternehmen an und wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Was mir begegnete war ein extrem sympathisches, aufgeschlossenes, junges und dynamisches Unternehmen, das Quereinsteiger wie mich suchte und deren Mehrwert und Vielfalt schätzte. Genau diese Kombination - aus motivierenden Rahmenbedingungen und der inneren Klarheit - war es, die mich mit dem so oft zitierten „guten Bauchgefühl“ die Entscheidung für dieses Unternehmen und für diese völlig neue berufliche Umgebung treffen ließ.

Lange Rede kurzer Sinn: aus diesem beruflichen Quereinstieg wurden 15 Jahre, in denen ich unfassbar viel lernen, mich weiterentwickeln und viele wertvolle Erfahrungen machen durfte. Neben spannenden und erfüllenden Tätigkeiten - als Führungskraft, Kommunikations- und Führungskräftetrainerin und Expertin in der Personalentwicklung – bin ich vielen wunderbaren Menschen begegnet und habe sehr hochwertige Aus- und Weiterbildungen genossen. Heute weiß ich, dass es genau diese gefüllte Schatztruhe war, die damals dieses „Da wartet noch etwas anderes auf mich“ – Gefühl und den Mut für diese Entscheidung in mir aufsteigen ließ.

Die Kraft aus dem Inneren

Jetzt fragst Du Dich vielleicht: „Ja, das klingt alles schön und gut. Aber wie genau schaffe ich es denn, meinen Mutmotor anzukurbeln?“ Eine wesentliche Voraussetzung, um solche Entscheidungen zu treffen, ist der Kontakt zu unserem wahren Inneren – zu unserem Kern, der uns als Mensch ausmacht. Wenn wir mit diesem auf Tuchfühlung gehen und dieser inneren, sehr weisen Stimme lauschen, dann sind wir mit unserer essentiellen Kraftquelle in Verbindung. Und genau ihr können wir vertrauen.

Das Gute ist: Du kannst diesen Kontakt, dieses Hineinhorchen in Dein Inneres trainieren. Jeden Tag und in den vielfältigsten Situationen des Lebens. Was Du dazu lediglich brauchst ist: Raum für Ruhe!

Der Trubel des Alltags hindert uns alle gerne daran, tiefer hinzuhören. Wir nehmen oftmals - vielleicht der Einfachheit halber – die vordergründigen und lauten Stimmen oder inneren Gedanken zuerst wahr. Da melden sich in Entscheidungssituationen gerne und zügig der Zweifel oder andere, ähnlich kritische Stimmen. Dass dahinter oftmals noch etwas anderes, sehr Essentielles wartet, um Gehör zu finden, nehmen wir dann in vielen Fällen nicht wahr. Was passiert: uns verlässt der Mut, wir entscheiden uns nicht, weil wir oftmals bspw. in zweiflerischen Gedankenketten hängen bleiben. Das fühlt sich dann häufig passiv an – wir werden gefühlt mehr gelebt, als dass wir unser Leben selbst in die Hand nehmen. Mut hilft uns, wieder aktiv zu werden und selbst das Leben zu gestalten.

Finde Deine Momente und Orte der Ruhe

… besonders dann, wenn Du in einer Situation steckst, die eine Entscheidung von Dir verlangt und in der Du spürst, dass die Zeit reif ist, um vom Denken ins Handeln zu kommen. Diese Ruhe kann viele Facetten haben: vom bewussten, mentalen zur Ruhe kommen über die Mediation, über einen Spaziergang in der Natur oder einem Kraft- und Ruheplatz in einer Umgebung, in der Du Dich wohlfühlst. Schaue, was Du an äußerer Form brauchst, um innerlich zur Ruhe und so zu Dir, zu Deinem Inneren zu kommen. Probiere Dich aus! Auch zeitlich. Manchmal braucht es nur 5 min der Ruhe, in anderen Situationen nehmen wir uns einen Tag "Ich-Zeit" oder machen sogar einmal einen Wochenendurlaub "nur" mit uns selbst, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen. Wichtig bei allem ist, wie und wo finde ich zur Ruhe? 

Und auch wenn ich sonst ungerne Tipps gebe, so möchte ich an dieser Stelle eine kleine Empfehlung aussprechen: Sei geduldig mit Dir! Gib nicht auf, wenn es bei den ersten Malen 'nicht klappt', sich komisch anfühlt oder Du nicht so zur Ruhe kommst, wie Du es Dir wünschst. Sei gütig mit Dir und bleibe neugierig, was sich entwickelt. Es ist ein achtsamer Prozess, den Du für Dich immer weiter verfeinern, verändern und auf`s Neue angehen kannst.

… und auch dieser Prozess braucht Deinen Mut! Diesen wünsche ich Dir von ganzem Herzen und einen vertrauensvollen Sommer dazu!

Herzlichst,
Andrea

 

 

Warum unglücklich sein, glücklich macht!

Moment mal – unglücklich sein, soll glücklich machen? Klingt irgendwie widersprüchlich….

Das habe ich auch lange Zeit so empfunden. Heute bin ich um viele (glückliche und unglückliche) Erfahrungen reicher und habe etwas ganz Wesentliches dazu gelernt: Der Weg zum Glück führt über das Empfinden des Unglücks, des Schmerzes oder wie auch immer Du das Wort Unglück für Dich assoziieren magst.

Mit dem heutigen Impuls folge ich gerade leider nicht dem aktuellen „Du hast glücklich zu sein“ – Trend, der uns heutzutage in den Medien mit Angeboten wie bspw. „Die 10 Regeln für mehr Glück“ oder „Nie mehr unglücklich sein – so geht`s!“ regelrecht überschwemmt.

Ich plädiere dafür: Gestatte Dir unglücklich zu sein – und zwar mit voller Leidenschaft!

Damit meine ich, lass` dieses Gefühl von „Da läuft etwas in meinem Leben gerade richtig schief und fühlt sich ziemlich mies an“ zu! Du darfst unglücklich, wütend, traurig oder unzufrieden sein – und zwar aus vollem Herzen und mit Haut & Haar!

Oft bewerten wir diese für uns meist unangenehm empfundenen Gefühle, wie Wut, Trauer, Angst etc. als etwas, das uns unglücklich macht und ausbremst. Dann tendieren wir in vielen Fällen zum Klassiker: wir verdrängen! Wir versuchen die Gefühle wegzuschieben oder zu bekämpfen, denn wir wollen um alles in der Welt doch eines: glücklich sein! … Und was passiert dann – also fast immer? Irgendwie klappt das mit dem Verdrängen nicht. Und zudem ist es auch ziemlich anstrengend:

  • Du versuchst zu lächeln, obwohl Dir zum Weinen zumute ist.
  • Du versuchst zu schweigen, obwohl Du am liebsten schreien möchtest.
  • Du verwendest all Deine Energie darauf, Dich abzulenken mit Gedanken wie „Ich muss aber doch glücklich sein“, obwohl sich da immer wieder eine innere Stimme regt, die endlich einmal gehört werden will.

Kommt Dir das bekannt vor? Vielleicht fallen Dir gerade noch weitere Mechanismen oder Strategien ein, die Du im Laufe der Jahre zu Deiner „Unglücklichsein-Nein-Danke“ – Taktik etabliert hast. Ein wichtiger Schritt, das „Unglücklichsein“ zuzulassen: werde Dir Deiner Strategien bewusst!

So weit, so gut. … Nur was machen wir jetzt mit dieser Erkenntnis?

Lust auf ein kleines Experiment?

Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, diese unangenehmen Gefühle nicht als „Glücksbremse“, sondern als „Glücks-Booster“ zu betrachten? Ja, als wahre „Glücks-Supporter“. Denn wie es landläufig so treffend heißt: Wir Menschen lernen durch Schmerz. Und das stimmt – in vielen Fällen. Wir können oftmals erst durch das Erleben von Leid, Unglück oder Schmerz auch andere Gefühle, wie Freude, Liebe, ja Glück wahrhaftig empfinden.

Und stelle Dir einmal vor: Was wäre eigentlich, wenn Du nur und immer und ausschließlich glücklich wärest? Würdest Du das Glück dann noch schätzen oder überhaupt als Glück wahrnehmen?

Ich glaube, wir Menschen leben und nähren uns von dieser Gefühlsvielfalt. Das eine geht eben nicht ohne das andere – und das hat doch etwas sehr heilsames, wie ich finde. 

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Wir Menschen brauchen diese Berg- und Talfahrten

Immer häufiger ertappe ich mich selbst dabei, dass ich tief im Inneren darum weiß – wenn ich in einem Tal der Wut, Angst oder des Schmerzes stecke und mich dazu entscheide, nicht im Tal stehen zu bleiben oder zu versuchen umzudrehen, sondern es bewusst zu durchschreiten –, dass es weiter und eben bergauf geht. Das treibt mich an und gibt mir Mut, die Gefühle im Tal  wahr- und anzunehmen. Denn – seien wir mal ehrlich – wirklich "gut" fühlen diese sich ja trotzdem nicht an. 

 

Umso erleichternder und stärkender das Wissen und Erleben darum, dass nach der Entscheidung und dem Durchschreiten eines Tals des Unglücks auch wieder ein Gipfel des Glücks auf uns wartet. Das stärkt und gibt neue Energie für weitere Berg- und Talfahrten des Lebens.

Klingt gar nicht so schwer und sogar machbar? Ja, in der Tat es ist manchmal viel leichter und hat etwas befreiendes, sich zu gestatten, den Verdrängungsmechanismus zu verlassen - dieser kostet, wie Du jetzt weißt, eh unnötig viel Deiner Energie – und in den „Unglücklichsein-Zulassungsmodus“ zu wechseln. Denn vielleicht kennst Du das auch aus anderen Lebenssituationen:

Was sein darf, das geht auch wieder und macht Platz für Neues!

So hat alles und braucht alles seine Zeit - das Glück ebenso wie auch das Unglück. Ich lade Dich ein, auf Entdeckungsreise zu Deinen unglücklichen Momenten zu gehen – entscheide Dich für sie und (er-) lebe sie! Und je intensiver Du diese zulässt, je intensiver kannst Du auch die glücklichen Momente wahrnehmen und genießen. Und das klingt doch ziemlich verlockend, oder?

Ich wünsche Dir viele wertvolle Momente mit den Facetten Deiner Berg- und Talfahrten!

Herzlichst,
Andrea

P.S.: Sollte Dir auf Deiner Reise die Energie für den Weg durch das Tal einmal verloren gehen oder Du findest trotz aller Bemühungen nicht die passende Strategie, um Dein „Unglücklichsein“ anzuerkennen, dann stehe ich Dir gerne beim Entdecken Deines persönlichen Glücks-Boosters mit einem öffnenden Blick von außen zur Seite.

 

 

 

Wie klingst DU?

Der März ist da - Zeit für einen frischen Impuls!

Was denkst Du oder was regt sich in Dir, wenn Du das Wort HARMONIE liest? Vielleicht so etwas, wie:

  • Das kann doch jeder - Konflikte sind doch das Salz in der Suppe.
  • Wo es Harmonie gibt, da gibt es auch Disharmonien.
  • Harmonie – ja, mein ganz persönliches Ziel im Zusammenleben mit anderen.

Findest Du Dich in einer der Aussagen wieder oder würdest Du das Wort noch anders assoziieren? Horche in Dich hinein:

  • Was löst das Wort „Harmonie“ in Dir aus?
  • Wie schwingt oder klingt es in Dir?

In meinem letzten Impuls ging es um „Das große GLÜCK der kleinen Dinge“. Daran möchte ich gerne anknüpfen und folgenden Gedanken ergänzen:

 

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Das Wort Gut kannst Du hier gerne durch Glück ersetzen.

Was Seneca schon vor langer Zeit wusste, ist heute noch immer für viele von uns ein essentieller Leitsatz, der dem eigenen Leben SINN gibt. Mit sich in Harmonie zu sein, mit seiner Seele in Harmonie zu sein, das bedeutet:

MIT SICH IM EINKLANG SEIN!

 

 

Das Wort Harmonie hat also nichts mit einem einseitigen „harmonisieren“, wie bspw. dem Wegdrücken von Konflikten, zu tun. Es meint vielmehr ein Zusammenfügen, ein Integrieren: Deine innere Harmonie findest Du dann, wenn Du alles - was an Einzigartigkeit, an Gegensätzen, an Ecken und Kanten in Dir ist – wahrhaftig zusammenfügst:

  • Dazu nimmst Du alle Deine inneren Einzigartigkeiten wahr.
  • Du lässt sie zu.
  • Du ordnest sie zueinander.
  • Du lässt jedem Bereich in Dir seinen eigenen Klang.

Über das Zulassen wird Integration möglich und alles kann zusammenklingen: DEINE ganz individuelle innere Harmonie entsteht und Du bist im wahrsten Sinne mit Dir im EINKLANG.

Es lohnt sich, denn Dein innerer Einklang hat Glückspotenzial!

Warum führt der Weg zu unserem empfundenen Glück über die innere Harmonie?

Drehen wir dazu die Situation einmal kurz um: viele von uns kennen Momente, in denen wir nicht mit uns und dem was uns ausmacht, im Einklang sind, sondern uns in Frage stellen. Wir befinden uns dann in einer Art innerer Disharmonie. In solchen Momenten fühlen wir uns schwach und verletzlich. Und als ob das noch nicht genug wäre, treten wir ausgerechnet dann in den Vergleich zu anderen:

  • Die/ der macht das doch eh viel besser als ich.
  • Warum sollen die mich schon in diesem Projekt wollen, XY hat doch viel mehr Erfahrung.
  • ... und vieles mehr.

Doch schon der dänische Philosoph Sören Kierkegaard wusste um die negative Energie des „sich Vergleichens“:

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“

Also: raus aus dem Vergleich und rein in die Kraft der inneren Harmonie! Wenn wir mit uns im Einklang sind, dann nehmen wir alles in uns an. Eine tiefe Zufriedenheit – eine Selbstliebe – breitet sich in uns aus. Diese Selbstliebe macht uns stark, lässt uns mutig sein, schenkt uns tiefes Vertrauen in uns selbst und lässt uns in unserer Einzigartigkeit strahlen. 

Ich lade Dich ein, in den kommenden Wochen Deinem inneren Einklang zu lauschen:

  • Wie klingst Du?
  • Gibt es Harmonien oder Disharmonien?
  • Mischen sich laute und leise Klänge?
  • Welche Klänge brauchen Raum und wollen neu wahrgenommen werden?

 Nimm` Dir die Zeit, um Dich in Deiner Ganzheit und Deinen diversen Klängen wahr- und anzunehmen.

 …. und ganz nebenbei haben auch Deine Mitmenschen noch etwas davon. Denn: Menschen, die mit sich im Einklang sind, können auch um sich herum eine Harmonie schaffen: ein Zusammenfügen aller Meinungen - ein Achten verschiedener Standpunkte. So wird durch sie ein wohltuendes Klima der Klarheit und des Zusammenklingens möglich.

Ich wünsche Dir in diesem Sinne eine wohlklingende und harmonische Zeit mit Dir und den Menschen, die Dich umgeben!

Genieße DEINEN (EIN-) KLANG!

Herzlichst,
Andrea

 

 

Das große Glück der kleinen Dinge

Herzlich willkommen in 2016!

Ich wünsche allen einen gelungenen Start in ein schwungvolles, gesundes und bereicherndes neues Jahr.

Der Jahresauftakt - vielerorts die Zeit der guten Vorsätze, um dem persönlichen GLÜCK wieder einen Schritt näher zu kommen: ob in Form eines sportlich aktiven Lebens, einem Beruf, der Spaß macht, einer erfüllten Partnerschaft etc.. Vielleicht sind Dir dazu auch in den vergangenen Wochen die verschiedensten Top-Tipps begegnet, um diese Vorsätze auch tatsächlich mit Leben zu füllen, bevor sie im Trubel des Alltags verpuffen oder vom inneren Schweinehund blockiert werden. Und bestimmt sind wertvolle Aspekte dabei, die uns inspirieren, um das eigene Leben gesund auszurichten. Ich finde allerdings, dass manchmal bei all den guten oder auch gut gemeinten Tipps ein wichtiges Element auf der Strecke bleibt: der Blick darauf, was wir JETZT schon haben und was uns schon heute zufrieden und gar glücklich macht und sein lässt.

Und wenn Du Dich auch gerade dabei ertappst, dass Du eher ein Vorsatzmuffel bist oder genug von den Tipps hast und stattdessen lieber oder zusätzlich Deinen Blick auf Deine ganz persönlichen Glücksmomente wenden möchtest, dann habe ich hier eine tolle Geschichte für Dich, die mir eine Bekannte im vergangenen Jahr erzählt hat. Seitdem begleitet sie mich und vielleicht motiviert Sie ja auch Dich zum Nachdenken oder sogar Nachahmen:-). 

Die „Glücksbohnen-Geschichte“:

Es war einmal ein Bauer, der steckte jeden Morgen eine Handvoll Bohnen in seine linke Hosentasche. Immer, wenn er während des Tages etwas Schönes erlebt hatte, wenn ihm etwas Freude bereitet oder er einen Glücksmoment empfunden hatte, nahm er eine Bohne aus der linken Hosentasche und gab sie in die rechte.

Am Anfang kam das nicht so oft vor. Aber von Tag zu Tag wurden es mehr Bohnen, die von der linken in die rechte Hosentasche wanderten. Der Duft der frischen Morgenluft, der Gesang der Amsel auf dem Dachfirst, das Lachen seiner Kinder, das nette Gespräch mit einem Nachbarn – immer wanderte eine Bohne von der linken in die rechte Tasche.

Bevor er am Abend zu Bett ging, zählte er die Bohnen in seiner rechten Hosentasche. Und bei jeder Bohne konnte er sich an das positive Erlebnis erinnern. Zufrieden und glücklich schlief er ein – auch wenn er nur eine Bohne in seiner rechten Hosentasche hatte.

 

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Ich mag diese Idee mit den Bohnen einfach sehr. Sie bringt, wie ich finde, auf eine simple Art und Weise ein wichtiges Extrakt auf den Punkt: was zählt sind DEINE Glücksmomente! 

Es geht doch letztlich darum, dass wir den Blick auf das Schöne und Positive in unserem Lebensalltag immer wieder auf`s Neue schärfen! 

Denn genau diese kleinen Glücksmomente, die wir sonst vielleicht nicht wahrnehmen, bereichern uns und unser Leben dauerhaft.

 

Und im Übrigen müssen es ja keine Bohnen sein. Kleine Perlen, Steine, Reiskörner oder was auch immer, erfüllen den Zweck gleichermaßen;-).

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Sammeln und Erleben Deiner Glücksmomente und damit einen gelungenen Jahresauftakt auf DEINE Art und Weise.

Herzlichst,
Andrea