Sei WESENTLICH - lebe Deine Talente!

 

Anlass für diesen Impuls ist ein ganz aktuelles Erlebnis: meine Mutter hat mir kürzlich ein von ihr selbstgemaltes Kunstwerk für meine Coachingpraxis geschenkt. Eine riesengroße Freude, sag ich Dir:-). Ich liebe dieses Bild, bin total stolz auf meine Mutter und nun bereichert es jeden Tag meinen Raum!

Systemisches Coaching Coach Essen

 

  • Ein Bild, das auf 1 x 1m das strahlende Ergebnis eines umfassend kreativen Prozesses repräsentiert.

  • Ein Bild, in das meine Mutter ihre ganze Liebe zum Gestalten von Farben & Formen hineingelegt hat.

  • Ein Bild, das so viel Kraft & gleichermaßen Ruhe ausstrahlt und dazu einlädt, in ihm zu verweilen.

 

 

Es ist nie zu spät

Warum ist dieses Bild meiner Mutter heute Thema? Dazu muss ich ein wenig ausholen. Denn dass hier tatsächlich ein Werk von ihr meine Praxis schmückt, hätte sie sich vor wenigen Jahren wahrhaftig nicht zu träumen gewagt. Es wäre absurd gewesen und wirklich UNVORSTELLBAR! Umso berührender nun mitzuerleben, welches Talent meine Mutter endlich in sich selbst entdeckt hat.

In diesem Fall trifft auch das Motto „Es ist nie zu spät“ den Nagel mehr als auf den Kopf. Denn sie hat mit 64 Jahren all` ihren Mut zusammen genommen und ist entschlossen ihrer inneren Stimme gefolgt, mit dem Malen zu beginnen. Was meine Mutter anfangs zögerlich als „Nebenbei“- Beschäftigung abtat, erwuchs nach und nach zum Zentrum ihres Tuns und ja – zu einer Kunst.

Doch, was so romantisch klingt, war zwischendurch mehr als anspruchsvoll. Ein Beispiel: auf die Rückmeldung „Wow, das ist ja ein wahres Kunstwerk, was Du da auf die Leinwand gezaubert hast“ entgegnete meine Mutter oftmals so etwas wie: „Ach, jetzt übertreib` bitte nicht. Das hab doch nur ich gemalt. Was ist das schon."

Warum tun wir uns so schwer, unsere wahren Talente wirklich anzunehmen? 

Es gibt aus meiner Erfahrung nicht DIE eine Antwort auf diese Frage. Doch mit Sicherheit spielt es eine große Rolle, wie gut wir uns SELBST kennen und unser WESEN wertschätzen. Und das kann mitunter ein intensiver Lernprozess sein. Kommen wir dabei doch oft in Kontakt mit alten Lernerfahrungen, mit denen viele von uns groß geworden sind: dem "nicht  genügen, so wie wir sind", dem "noch besser sein können", "noch mehr erreichen können", "noch mehr wissen sollen", "noch angepasster sein sollen", um in der Regel genau eins zu machen: die Erwartungen/ Vorstellungen anderer zu erfüllen; ob die der Lehrer(in) früher in der Schule, die der Eltern oder die des/der Chef(in) im Berufsleben.

Ich möchte Dich heute einladen, Dich – statt auf Erwartungen anderer - wieder auf DICH, auf DEINEN WESENSKERN zu besinnen. Ich möchte Dich einladen, zu erkennen, dass es immer möglich ist, das, was Dich wirklich auszeichnet, Deine WESENtlichen Talente zu entdecken & anzunehmen. Und genau deshalb erzähle ich Dir die Geschichte von meiner „Künstler“- Mutter, denn sie ist das beste Beispiel dafür, dass Du zu jedem Zeitpunkt in Deinem Leben damit beginnen kannst!

Deine Talentscouts

Was Du dazu brauchst sind zwei wichtige innere Kräfte, Deine beiden Talentscouts, wie ich sie gerne nenne. Deinen Mut und Deine Entschlossenheit! Das Gute ist: wir tragen sie alle in uns – ja, wirklich jede(r)! Ohne diese Kernkompetenzen hätten wir ganz Wesentliches im Leben nicht erreicht.

Erinnere Dich bspw. an Deine Kindheit. Du warst mutig: hast Dich an Stuhlbeinen hochgezogen, um auf beiden Beinen stehen zu können – auch wenn Du Dir dabei gerne einmal eine blutige Nase geholt hast. Du hast Dich auch nach mehrfachem Hinfallen nicht davon abbringen lassen, Laufen zu lernen. Dein Erfolgsrezept: Du warst mutig UND entschlossen! Erinnerst Du Dich daran, wie es war, als Du zum ersten Mal selbständig Schleifen in die Schnürsenkel machen konntest? Wehe, da hat sich jemand eingemischt, weil das Schuheanziehen nicht schnell genug ging. Was zählte war Deine Entschlossenheit „Das schaffe ich, und zwar alleine!“

Was zählt ist der 1. Schritt

Und die Größe spielt dabei tatsächlich keine Rolle. Egal wie klein. Entscheidend ist, dass Du ihn gehst! Denn damit lenkst Du die Energie in Deine Richtung. Und wichtig: es gibt kein Patentrezept - außer Du entwickelt Dein eigenes;-).

Ich möchte Dir heute ein paar Ideen für Deinen nächsten Schritte mit auf den Weg geben. Vielleicht regen sie Dich zum Nachmachen an. Vielleicht findest Du Ansatzpunkte, um Deine ganz eigene Idee daraus zu entwickeln – wunderbar. Was dabei wichtig ist: komme mit Deinen Talentscouts wieder in Kontakt und werde mit ihnen zusammen fündig. Fündig nach dem, was Dich WESENTLICH macht.

1.    Dir selbst ein HALLO schenken

Wir wachsen in unser Talent hinein, wenn es sich entfalten darf. Und das braucht Raum. Raum, den wir vorher im Leben so nicht ermöglicht haben. Diesen finden wir in uns selbst, und zwar genau dann wenn wir zu Ruhe kommen, mit uns eins werden können. Ich lade Dich ein, Dir Deinen Raum mit einem HALLO* für Dich selbst zu öffnen.

HHalt! Innehalten ist angesagt – mal eine Pause einlegen. Manchmal gar nicht so leicht. Glücklicherweise hilft uns dabei sogar schon ein bewusster Atemzug, um aus dem Trott auszusteigen und im Jetzt anzukommen. 

A Atmen! Bewusstes Atmen hilft uns zu merken, wie es uns eigentlich gerade geht, uns überhaupt wieder zu spüren: Atmen verbindet unseren Körper auf ganz unmittelbare Weise mit unserem Geist, so dass wir aus unserer oft getriebenen Gedankenwelt, die sich üblicherweise gerne mit dem Gestern oder Morgen befasst – mit dem „hätte“, „würde“ oder „müsste“ – aussteigen und etwas Abstand gewinnen können.

L Lächeln! Es hilft uns freundlicher auf uns selbst und die Situation zu schauen. Mit dem Lächeln ist nicht gemeint, eine Schwierigkeit zu verniedlichen. Vielmehr ist es eine Art innere Weisheit, die die Tatsachen gelassen anerkennt.

LLassen! Statt gegen die Realität des gegenwärtigen Moments anzukämpfen, lasse ich zu, dass es jetzt gerade so ist, wie es ist. Das heißt nicht, dass ich nicht zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise etwas tue, um eine Veränderung herbeizuführen, mit der ich besser leben kann. Ich lasse es jetzt so sein! Das gilt auch und insbesondere für meine Gefühlswelt. Ich lasse auch mich sein, egal wie ich bin: traurig, wütend, frustriert…. Ich kämpfe weder gegen die Welt noch gegen mich und mein Erleben.

O Öffnen! Durch Innehalten, Atmen, Lächeln und Lassen entsteht Freiraum. Sobald ich nicht mehr versuche gegen das Ungewollte zu kämpfen, kann ich die freiwerdende Energie sinnvoll einsetzen. Ich kann mich öffnen für das, was wir auch die eigene innere Weisheit nennen können. 

Die HALLO-Methode schafft quasi eine gesunde Distanz, mit der Du Deinen eigenen Handlungsspielraum nutzen und schrittweise erweitern kannst – besonders im Hinblick auf das Öffnen und Annehmen der eigenen Talente.

 2.    Das vertraute Gespräch

Manchmal hilft uns auch ein Gespräch mit einem(r) sehr guten Freund(in) oder Familienmitglied – eben jemandem, der Dich ganz so nimmt, wie Du bist und dem Du voll und ganz vertrauen kannst. Berichte ihm/ ihr über Deine Idee, Deine ersten Schritte, die Du gerade versuchst zu gehen. Ja, das ist eine sensible Phase! Daher wähle Deinen Gesprächspartner behutsam aus. Doch dieser Prozess „das Innere ins Äußere zu kehren“ setzt oftmals ungeahnte Kräfte frei. Da können gemeinsam weitere Umsetzungsideen für Deine Talente entstehen, da kannst Du wertvolle Impulse von außen bekommen und vieles mehr. 

 3.    Die EINZIGARTIGKEIT in sich selbst entdecken

Max Feigenwinter hat dazu einen Text verfasst, der aus meiner Sicht wie kein anderer, das Thema „sein Selbst leben und bei sich sein“ auf wunderbare und gleichermaßen einfache Weise auf den Punkt bringt:    

Sei Du selbst!

Ich bin ich
einzigartig;
so gedacht,
so gewollt.
Meine Aufgabe ist es,
mich zu entdecken,
mich zu entfalten,
ich zu werden
ich zu sein.

Ich finde diese Einladung an das Leben bestärkend, ermutigend und beruhigend zugleich: Wir sind hier, genauso wie wir sind, weil wir wachsen und uns in unseren Talenten entdecken dürfen. Es gibt kein Richtig oder Falsch! Es gibt nur ein ICH – ein SELBST – ein WESEN!

Ich wünsche Dir den Mut, Deinen Talentscouts neue Räume zu öffnen und nach innen zu lauschen, was an Talenten in Dir schlummert, um wieder mit Leben gefüllt zu werden! Und Du weißt ja: es ist nie zu spät, WESENTLICH zu sein!

Herzlichst,
Andrea Lawlor

 

*nach Heike Mayer aus „Achtsam leben“  - Scorpio Verlag , 2015